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Keine Rolle rückwärts. Das aktuelle Motu Proprio und die Folgen

Mit einiger Aufmerksamkeit wurde die Veröffentlichung des jüngsten Motu Proprios (Titel: "Summorum Pontificum") des Heiligen Vaters begleitet. Darin geht es um die Form unserer Messfeier. In manchen Kommentaren und Meldungen konnte fälschlich der Eindruck entstehen, der vorkonziliare Messritus würde nun "wieder eingeführt" oder gar "vorgeschrieben". Für die Ministrantinnen und Ministranten hätte dies u.a. bedeutet, sich regulär mit ihnen unbekannten lateinischen Texten konfrontiert zu sehen.

Dem ist jedoch nicht so. Am Besten liest man sich den Text des (kurzen) päpstlichen Dokuments selbst durch und AUCH den wichtigen Begleitbrief an die Bischöfe, mit dem der Heilige Vater sein Motu Proprio versehen hat. Diese Texte finden sich unter www.liturgie.de zur Ansicht bereitgestellt; ebenso die aktuelle Stellungnahme Kardinal Lehmanns als dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.

Das Motu Proprio des Heiligen Vaters sollte Anlass sein, die Bemühungen um eine jeweils altersgerechte liturgische Bildung der Kinder und Jugendlichen zu intensivieren (siehe hierzu u.a die Reihe "Leben - Deuten - Feiern" in den aktuellen Heften der miniBÖRSE aus dem Verlag Haus Altenberg/Düsseldorf). Schon Papst Johannes Paul II. forderte in einem seiner letzten Dokumente eine umfassende (und diese Bezeichnung wirklich verdienende) "cura pastorale" für die Ministrantinnen und Ministranten. Dieses Bestreben wird durch die aktuelle Situation erneut bestätigt. Nur Ministranten, die "wissen, was sie tun", wissen auch, was sie im Gottesdienst feiern.

Als Fazit kann man festhalten: Es gibt kein grundsätzliches reguläres Zurück zum vorkonziliaren Messritus als Abkehr vom bekannten Gottesdienst unserer Gemeinden. Die bekannte, anerkannte und bewährte Ordnung, die die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils hervorgebracht hat, gilt auch weiterhin. Die gemeindliche Feier der lateinischen Messe nach dem alten Messbuch ist an Bedingungen geknüpft (siehe Dokumente), die in der normalen Gemeindesituation derzeit vergleichsweise selten angetroffen werden.